Informationen zur Kirche

Kirche


Der heute im Westen stehende, leicht nach Norden verschobene Turm ist als Teil einer ursprünglich romanischen Chorturmanlage anzusehen und befand sich im Osten des damaligen Kirchensaales. Baufälligkeit oder Platzmangel mögen zu einem Neubau eines einschiffigen Langhauses mit dreiseitigem Chorschluss in Richtung Osten geführt haben.

Mit dem Neubau des Kirchenschiffes wurde der Turm erhöht. Den Beweis dafür liefern heute noch 3 sichtbare, allerdings zugemauerte Schallöffnungen, hinter denen die Glocken gehangen haben. Eine 4. ist an der Ostseite, welche durch das heutige Kirchendach verdeckt ist noch mit einer einfachen romanischen Säule und einem darüber befindlichen Kämpfer vollständig erhalten und dient zum Begehen des Tonnengewölbes vom Chor.
Der Turm ist seit seiner Erhöhung für 3 Glocken eingerichtet.

Innenraum der Kirche


Emporen
Von großer Bedeutung für den Raumeindruck war der Einbau der Emporenanlage mit dem die Bauherren dem seit der Reformation gewachsenen Platzbedarf in der Kirche Rechnung trugen. Die im Westen und Norden zweigeschossige Empore wird von kannelierten Säulen getragen. Die Brüstungsfelder werden an ihrem oberen und unteren Rand von einem Konsolenfries begrenzt. Den oberen Abschluss bildet ein gewelltes Deckbrett. Die durch Pilaster unterteilten Brüstungsfelder der unteren umlaufenden Empore tragen 37 gemalte Bilder mit Szenen aus dem Neuen Testament.

Altar
Wie allgemein üblich befindet sich im Osten der Kirche der Altar. Das jetzige Altarretabel stellt die Beweinung Christi dar. Während die beiden Flügel auf der Innenseite Christus als den Erlöser der Welt (Salvator mundi) und den Apostel Andreas darstellen, befinden sich auf den Außenseiten die Heilige Barbara und die Heilige Katharina von Alexandrien. Ursprünglich stand diese Altarausstattung in der Barfüßerkirche in Erfurt. Das geht aus einer Inschrift auf der Rückseite des Altars hervor. Zudem ist der zugehörige Kaufvertrag im Stadtarchiv Erfurt erhalten. In ihm steht, dass am 2. April 1656 der Altar von der Barfüßer Gemeinde in Erfurt an die Ermstedter Kirchgemeinde verkauft worden ist. Kurze Zeit später ist das Retabel von dem Erfurter Maler Friedrich Ortlepp gesetzt neu mit Farbe bemalt und ausgestrichen worden. Auch diese Information steht auf der Rückwand. Zusätzlich gibt es noch eine Aufzeichnung des damaligen Pfarrers Samuel Judelius, die im Pfarrarchiv Frienstedt erhalten ist.

Taufstein
Der vor dem Altar stehende Taufstein trägt ebenfalls die Jahreszahl von 1613. Auf ihm hat der Steinmetz ebenso sein Zeichen hinterlassen wie auf den Bauinschriften an der Außenmauer der Südseite.

Orgel
Auf einer Achse mit dem Altar ist auf der oberen Empore die Orgel angeordnet. Die jetzige Orgel ist im August 1833 gesetzt worden. Sie ersetzte eine aus Friemar stammende 1593 gebaute Orgel, die im Jahre 1685 nach Ermstedt umgesetzt worden ist. Im Zuge des Orgeleinbaues dürfte die Ostempore aus statischen Gründen jene zwei einfachen Stützpfeiler erhalten haben, die direkt an den Altarflügeln angrenzen und deren Holzschnitzumrahmungen die Fensterchen in der Predella verdecken.
Zurzeit befindet sich die Orgel in einem desolaten Zustand.